Kindersitzung 2007

Kleine Hexen kommen ganz groß raus:
Ausverkauftes Haus bei den HMV-Kindern - Närrischer Nachwuchs schreibt Beiträge selbst und studiert sie teils ohne Hilfe eines Erwachsenen ein

 

„Von Kindern für Kinder“, so lautet schon seit vielen Jahren das Motto der Kindersitzung des Humor-Musik-Vereins „Edelweiß“ (HMV). Am Fasnachtssonntag zeigte die HMV-Jugend im Bürgerhaus erneut ihr kindlich spritziges Talent. Ob Tänze, gesprochene Stücke oder Gesang - bei der Ausarbeitung von fast allen Programmpunkten hatte die Jugend ihre Finger im Spiel. Nur Kinder wissen, was Kindern gefällt und worüber diese lachen können. So kam das Programm auch hervorragend an bei den Kindern und traf auf anerkennende Bewunderung bei deren Eltern.
Die Junghumoristen brillierten durch Wortwitz, Natürlichkeit und kindlichem Humor, wofür im ausverkauften Saal mehrfach langer Applaus gespendet wurde. Die erste Überraschung des Nachmittags erlebte das Publikum schon beim Einmarsch von Majorettes und Elferrat. Denn statt lauter Kinder, liefen plötzlich auch Erwachsene laut „Helau“ rufend durch den Saal. Viele dachten sich bestimmt „Mal abwarten, was die da machen!“

Doch bis zur Auflösung mussten sie noch einige Zeit warten. Denn zunächst begrüßten die beiden Kindersitzungspräsidenten Lisa Rülke und Christian Dimter ihr Publikum zur Kindersitzung im HMV-Jubiläumsjahr. Die beiden sollten auch weiterhin schwungvoll, gut vorbereitet und mit sichtlich viel Spaß durch das Programm führen. Erwähnenswert ist dabei, dass Lisa und Christian ihre Texte zu den einzelnen Programmpunkten selbst und mit nur wenig Unterstützung von Erwachsenen geschrieben haben.

Der Gemeinschaftstanz aller Majorettesgruppen war, wie auch schon an den großen Sitzungen, der erste Tanz des Nachmittags. Die Mini-, Midi-, und Maxi-Majorettes sowie die „No Limits“ zeigten einen Tanz zu den vier Jahreszeiten Frühling, Sommer, Herbst und Winter sowie der fünften Jahreszeit „Fasching“.

Insgesamt standen 35 Majorettes zusammen auf der Bühne. Genau genommen waren es längst nicht alle Majorettes und auch die Jahreszeit Herbst wurde zunächst vermisst. Die Aufklärung folgte durch die Sitzungspräsidenten: Eigentlich wären die großen Majorettes bei diesem Gemeinschaftstanz auch dabei gewesen. Doch wie schon in den letzten Jahren waren sie nicht dabei, da sie mit der Guggemusik des HMV, der Hochstädter Lärmbelustigung, in Frankfurt auf dem Faschingsumzug mitliefen.

Als Nächstes kam es zu einem Debüt. Zum ersten Mal stand die achtjährige Laura Waider als „Kleine Hexe“ mit einem Vortrag auf der Bühne. Den Text hat sie gemeinsam mit ihrer Mutter geschrieben und betrat schon alleine deshalb mit einer gehörigen Portion Selbstvertrauen die HMV-Bühne. Bei ihrer Suche nach dem Regen-Zauberspruch ging schon so Einiges schief: erst donnerte es, dann regnete es Wäscheklammern und schließlich Speckmäuse. Erst zum Schluss kam die Erkenntnis, dass man zum Lernen Ruhe braucht. Und diese Ruhe konnte sie ja nicht finden. Denn hinter der Bühne standen schon die Midi-Majorettes mit ihrem Tanz bereit. Anika Waider, Annika Grimm, Jessica Huhn, Julika Eibelshäuser, Karina Hensel, Lisa Greh, Nina Reich, Sarah Greene und Vanessa Franke wirbelten zu fetziger Musik mit ihren Batons über die Bühne und zeigten, was sie im letzten Jahr alles gelernt hatten. Denn die Gruppe wurde erst in dieser Kampagne neu zusammen gewürfelt, ein Teil tanzte vorher bei den Mini-Majorettes.

Die Trainerinnen Christiane Ihl, Britta Rosbach, Steffi Oestreich und Sita Greene können sehr stolz auf ihre Mädels sein. Nun wurde endlich die Frage gelöst, warum beim Einmarsch lauter Erwachsene dabei waren: das war der Elferrat! Saßen in den Jahren zuvor sonst immer Kinder im Elferrat, so bestand der Jubiläums-Elferrat in diesem Jahr aus lauter ehemaligen Kindersitzungspräsidentinnen und -präsidenten, die schon einmal beim HMV eine Kindersitzung moderiert haben. Doch leider konnten nicht alle ehemaligen Präsidenten anwesend sein. Obwohl die Elferrats-Erfahrungen bei den einen erst kurz, bei den anderen schon länger zurückliegt, machten Laura Misiewicz, Philipp Seßner, Denis Dimter, Thorsten Heide, Tanja Dammann-Götsch, Gisela Jeske und Petra Arnhofer ihre Sache auf der Bühne sehr gut und fanden sich sehr schnell in ihre Elferrats-Aufgabe hinein. Komplettiert wurde der Jubiläums-Elferrat von Wilfried Eibelshäuser (Ehrensitzungspräsident des HMV) und Christine Rothaut (Jugendleiterin). Als Nächstes zeigten die Mini-Majorettes, was sie im letzen Jahr gelernt hatten. Anastasia Siemiatkowski, Franziska Hohmann, Franziska Schmitt, Johanna Röll, Julia Reinhold, Katharina Heß, Lea Hohmann, Lisa Schuster, Lisa-Marie Hahner, Marie Roseboom, Michelle van der Stap, Nadine Uschner, Rebecca Heckel, Rebecca Hensel, Sina Seitz, Sophia Palermo, Verena Götz und Verena Huhn sind die Jüngsten unter den ganzen Majorettes-Gruppen.

Und obwohl auch einige erst seit letzten Herbst mittanzen, beherrschen die Mini-Majorettes das Drehen des Batons, sowohl mit der rechten als auch mit der linken Hand, dank ihrer Trainerinnen Christine Misiewicz, Carolin Misiewicz und Miriam Lutz fast perfekt. Nach diesem Tanz kam es zu einem weiteren Debüt auf der HMV-Bühne. David Seßner und Timon Meyer standen ebenfalls zum ersten Mal mit einem Vortrag auf der Bühne. Sie zeigten dem Publikum eine Tennisstunde, die sich gewaschen hatte: Verschiedene Schläger sorgten für Verwirrung. Bis der richtige Tennisschläger gefunden und die Aufschlagtechnik erklärt wurde, war die Tennisstunde dann doch schon zu Ende. Nur gut, dass der Schüler nicht bemerkte, dass sein Tennislehrer - genau wie er - auch keine Ahnung vom Tennis hatte.

Nach diesem Vortrag verwandelte sich die Bühne in einen Märchenwald. Alana McIntosh, Christina Heß, Diego Krapf-Alvarez, Lara Fischer, Leon Benedetti, Marcel Berdux, Shawn McIntosh und Tim Wicke, die Allerkleinsten, auch bekannt als HMV-Zwerge, hatten bei ihrem Tanz sichtlich viel Spaß und tollten fröhlich auf der Bühne herum. Von ihren Trainerinnen Silvia Koffler und Christine Rothaut dieses Jahr mit Zwergenkostümen ausgestattet, tanzten sie sich in die Herzen des Publikums. Leon Demut-Neumeister, der während der Kampagne fleißig mit trainiert hatte, konnte leider bei diesem Tanz nicht dabei sein. Alle Eltern mit Kindern in der Pubertät wissen, dass ihre Kinder oftmals sehr reizbar sind. Sie glauben, sie könnten und wüssten alles. Nina Reich erzählte in ihrem Vortrag vom „Chaos“ in ihrem Kinderzimmer, das aber in den Augen des Teenies gar nicht besteht, über den Ordnungssinn der Mutter, die immer ihren Schlüssel sucht und von ihrem ersten Flirt, der durch ihr Kuscheltier und Mutter zerstört wird. Bemerkenswert ist, dass Nina ihren Vortrag nur mit ein bisschen Reimunterstützung alleine geschrieben hat.

Als nächstes stand der Tanz der Maxi-Majorettes auf dem Programm. Anna Zachmann, Isabell Heil, Jessica Ihl, Julia Filz, Laura Misiewicz, Lisa Rülke, Maren Gilzinger, Natalie Oestreich und Vanessa Mehlich zeigten einen Tanz, der die Bühne im wahrsten Sinne des Wortes zum Leuchten brachte. In diesem Jahr wirbelten die Schützlinge von Susi Meyer und Christine Misiewicz nicht mit ihren Batons über die Bühne, sondern mit Leuchtstäben, mit denen sie gekonnt und vor allem auch sehr synchron drehten. Der Tanz der Salsa-Girls unter der Leitung von Betty van der Stap und Sandra Grimm brachte „Feuer“ auf die Bühne. In glitzernden, fantasievoll gestalteten Kostümen zeigten Annika Grimm, Lea Hohmann, Michelle van der Stap, Rebecca Hensel, Sina Seitz, Sophia Palermo und Verena Huhn einen Tanz im Salsa-Stil.

Stand sie im letzten Jahr noch als Pippi Langstrumpf auf der HMV-Bühne, so präsentierte Franziska Meyer in dieser Kampagne einen Vortrag, in dem sie aus ihrem Alltag als Prinzessin erzählte. Sie stellte für die nächste Faschingskampagne Regeln auf: so sollen alle Leute in der Faschingszeit verkleidet sein, weil sie aus Versehen im Prinzessinnenkleid den Hund Gassi geführt hatte. Außerdem soll es Kussverbot geben – natürlich mit Ausnahme bei hübschen Jungs. Da darf das Publikum ja mal gespannt sein, ob diese Regeln in der nächsten Kampagne auch wirklich umgesetzt werden.

Wie schon seit einigen Jahren gibt es Mädchen, die einen Tanz zum jeweils aktuellen Sommerhit präsentieren. In diesem Jahr Anika Waider, Franziska Hohmann, Franziska Schmitt, Julia Reinhold, Karina Hensel, Lisa-Marie Hahner, Marlene Trabold und Melissa Hesse - als Cheerleader mit ihren Pom-Poms einen hippen Tanz zum Sommerhit „Dubi dam dam“. Trainiert wurden sie dabei von Dani Hesse und Sitta Greene. Eine Sitzung ohne die HMV-Clowns kann man sich eigentlich nicht mehr vorstellen.

Auch in diesem Jahr hatten sich die beiden Clowns (Sarah Greene und Colin Jeske) viel vorgenommen: Sie wollten mit dem Bus zum Fußballstadion fahren und furchtbar „wichtige“ Sachen mitnehmen, nämlich alles, was man so für ein Fußballspiel eben braucht: ein Gymnastikband zum Warmmachen, einen Ersatzfußball, ein Buch mit Fußballregeln, ein Tor und ein Stück Rasen, sowie einen Klappstuhl, einen Schminkkoffer und natürlich ein Campingklo. Aber wie es nun einmal so ist - bis sie alles eingepackt hatten, war der Bus schon lange abgefahren. Doch die Clowns wussten sich zu helfen: Sie sangen einfach gemeinsam mit dem Publikum ein Fußball-Lied…

Wie in jedem Jahr bildeten die Sänger den Abschluss der Kindersitzung. In diesem Jahr präsentierten Sarah Greene und Melissa Hesse zwei aktuelle Lieder aus „Highschool Musical“ sowie eine dazugehörige Choreographie, die sie in Eigenregie einstudiert hatten. Mit der Kindersitzung beendeten die HMV-Kids die karnevalistischen Aktivitäten im 111. Jubiläumsjahr des Humor-Musik-Vereins „Edelweiß“ und gehen erst einmal in eine wohlverdiente Pause. Doch wer den HMV kennt, der weiß, dass diese Pause wahrscheinlich nicht allzu lange dauern wird. Schon bald wieder werden die Ideen sprudeln und die ersten Vorbereitungen für die nächste Kampagne laufen an. Feierte der HMV in diesem Jahr sein 111-jähriges Bestehen, so steht für die HMV-Kids im nächsten Jahr schon ein weiteres besonderes Ereignis an. Denn im nächsten Jahr wird die Kindersitzung 30 Jahre alt. Man darf wohl schon neugierig sein, was sich die HMV-Kids und der Jugendausschuss für die 30. Jubiläumssitzung wieder alles einfallen lassen.