Kindersitzung 2005

Frischer Wind mit Clowns und flinken Stöcken Fastnacht von Kinder für Kinder
Junghumoristen präsentieren sich quietschfidel und äußerst närrisch auf der Bürgerhausbühne

 

Der HMV-Nachwuchs brannte darauf, endlich wieder seine urtypische Fastnacht auf die Bühne zu bringen. Das war ihm am Sonntag anzumerken von der ersten Minute an mit der Begrüßung durch die eloquenten Sitzungspräsidenten Laura Misiewicz und Philipp Seßner bis zur letzten Strophe des Schlusshits „Riesenparty“. Ein karnevalistisches Programm von Kindern für Kinder: Die Jugend des Humor-Musik-Vereins „Edelweiß“ konnte dieses Maß in dieser Kampagne wieder unterhaltsam umsetzen. Wie macht man das denn eigentlich, Fastnacht von Kindern für Kinder? Scheinbar ist das gar nicht so kompliziert. Man nehme Dutzendscharen von jungen Humoristen, steht ihnen bei der Ausgestaltung ihrer tänzerischen und musikalischen Ideen zur Seite, doch lässt Kinder bei Vorträgen so sprechen, wie sie sprechen, ohne aufdiktierten Erwachsenen-Humor. Klar, dass die Vortragenden ihre Texte selbst schreiben. In ihren Auftritten steckt dadurch mehr drin, als das bloße Auswendiglernen. Das kommt an, die jungen Zuschauer fühlten sich am Sonntag angesprochen und dazu ermuntert, bei jeder Gelegenheit mitzumachen und die Kindersitzung mit Leben zu füllen.

Gleich beim ersten Programmpunkt herrschte großer Trubel auf der Bühne des Bürgerhauses. Wie schon bei den Sitzungen für die Erwachsenen boten die Majorettengruppen der Humoristen einen Gemeinschaftstanz dar, bei dem zum Schluss 39 Majoretten ein illustres Bild auf der Bühne abgaben. Per Countdown wurde dann Fabian Dimter in den Saal hereinbegleitet. Der Footballspieler in voller Montur der Frankfurt Galaxy erklärte auf kindliche Art, wie sein Lieblingssport funktioniert. Die Anekdote vom schmerzhaften Zusammenprall mit seinen Gegenspielern, bei dem zu allem Verdruss auch noch die Hose riss, erzählte er ebenfalls: „Die Hos’ in der Kniekehl’, der ,Run’, der war aus – und zu allem Pech guckt mein Hintern heraus.“ Aufmuntern lässt sich so ein Footballspieler von Cheerleadern: Im Anschluss wirbelten Annika Grimm, Lisa Greh, Sarina Mehlich, Michelle van der Stap, Verena Huhn, Julia Kraft, Julia Reinhold, Lisa Schuster, Katharina Heß, Rebecca Hensel, Karina Hensel, Franziska Hohmann, Franziska Schmitt, Lisa-Marie Hahner, Merit Melcher, Jasmin Heckert, Anika Waider und Rebecca Heckl mit ihren Batons als Mini-Majorettes über die Bühne. Die Jüngsten im Tanzsportbereich der Humoristen zeigten ihre vielen Fortschritte und hielten im Marschtempo der Musik schon eifrig Schritt.

Prinz und Prinzessin gesucht Wo ist ein Prinz? Sitzungspräsidentin Laura Misiewicz begab sich auf die Suche ins Publikum. Philipp Seßner folgte ihr natürlich nach, um sich entsprechend eine Prinzessin auszusuchen. Richtige Blaublütler fanden sie schließlich im Hochstädter Kinderprinzenpaar Max I. und Juliane I., die auf der Humoristenbühne ihrem närrischen Volk selbstverständlich ein paar launige Worte widmen durften. Für den hohen Besuch und den Rest des Publikums tanzte danach das Tanz-Trio. Das Duo der Vorjahre hatte Zuwachs bekommen, besteht nun aus Stefanie Oestreich, Kerstin Bauer und Franziska Meyer. Nacheinander demonstrierten die Damen ihre Fähigkeit, mit Konzentration, flinker Bein- und Handarbeit einzigartige Tänze vorzutragen, wofür sie seitens des Publikums mit reichlich Beifall bedacht wurden. 

Jeden Sommer das gleiche Spiel: Im Urlaub geht es zum Campen. Des einen Freud, der anderen Leid. Nathalie Oestreich konnte davon was erzählen. Bei dieser Art von naturnaher Erholung blieb kein Auge trocken. Besser noch: Bei ihrem Vater, der sich im Urlaub beim Springreiten versuchte, landete im Wassergraben. Er wurde genauso nass wie seine Tochter, die im See paddelte und durch ein „Untier“ kenterte: „Die kennst du doch, die Teufelsfratze – meine Schwester auf ´ner Luftmatratze.“

Die einen erholen sich beim Zelten, andere tanken ihre Kraftreserven durch Tanzen auf. Letzteres sagt den „HMV-Zwergen“ wohl eher zu. Michelle van der Stap, Verena Huhn, Jonas Kraft, Marcel Fischer, Rebecca Hensel, Shawn McIntosh, Sophia Palermo, Lara Fischer, Johanna Röll, Marie Roseboom, Laura Waider und Lea Hohmann animierten mit ihrer Minidisco wieder den ganzen Saal, der bei Songs wie dem „Hoky-Poky“ kräftig mitmachte. Im Vorjahr noch selbst als Tänzerinnen und Vortragende auf der Bühne, halfen Carolin Misiewicz, Britta Rosbach, Miriam Lutz und Denis Dimter diesmal bei der Bühnencrew aus. Das hielt sie aber nicht davon ab, zweimal mit Stimmungsliedern das Publikum durchzumischen. Ob Musicman oder der „Kleine Hai“ – einen stimmungsvollen Grund zum Mitmachen gab es immer. Raus aus dem kalten Maintal.

Nach diesem Einstieg in die zweite Halbzeit, schlossen Sarah Greene, Julia Filz, Jessica Ihl, Nina Reich, Katharina Neumeister und Sarka Pospisil an das Motiv Urlaub an und performten ihren Tanz im Strandoutfit zu den Evergreens der Beachboys. Bei so viel tänzerisch-grazilem Strandgefühl träumte sich so mancher Zuschauer heraus aus dem kühlen Maintal in den heißen Süden. Der Humor-Musik-Verein „Edelweiß“ hat aber nicht nur talentierte Tänzer und hochklassigen Vortragsnachwuchs, sondern auch neue Gesangstalente, wie diese Kindersitzung eindeutig bewies. Christian Dimter bestach dabei gar als Solist. Er sang im täuschend echten Ton der Originalinterpretin das Lied von „Schnappi“. Das kleine Krokodil trug der Junghumorist auf dem Arm mit. Bei den Refrains stimmte dieses gar selbst mit ein.

Markenzeichen ist Markenzeichen: Das Publikum durfte wieder einmal gespannt sein, was sich die Maxi-Majorettes haben einfallen lassen. Sie sind bekannt für ihre kreativen Tänze mit dem Element Licht. Diesmal tanzten Laura Günther, Sabrina Böff, Sabrina Müller, Sarah Stein, Vanessa Mehlich, Anna Zachmann, Jennifer Fassing, Nathalie Oestreich und Laura Misiewicz zu Musicalhits von Starlight Express und ließen in diffus-grünem Licht ihre spiegelnden Kostüme zu hervorragender Wirkung kommen. Einen sehr gut gespielten und originell gestalteten Vortrag hatten Sarah Greene, Nina Reich und Lisa Rülke vorbereitet. In ihrem Frisiersalon ging so einiges schief, was wohl auch an der Frisörhilfe Lisa lag, die es ausgerechnet in Abwesenheit ihres Chefs mit zwei besonderen Härtefällen zu tun bekam. Die Lacher hatten die drei Mädchen auf ihrer Seite und sorgten so für eines der vielen Glanzlichter an der Sitzung. Wenn Kinder richtig feiern, dann feiern sie mit ihrer Musik. Einer der Sommerhits des vergangenen Jahres, Dragostea Din Tei, bildete den musikalischen Rahmen für den flotten Showtanz im Schwarzlicht von Melissa Hesse, Annika Grimm, Julia Reinhold, Franziska Hohmann, Lisa Greh, Franziska Schmitt, Lisa-Marie Hahner, Lisa Schuster, Celine Golda, Anna-Lena Mankel und Anika Waider.

Bevor die jungen Humoristen zum großen Finale ansetzen, trieben traditionell die HMV-Clowns ihren Schabernack auf der Bühne. Diesmal bekamen Peppi (Nathalie Oestreich) und Peppo (Fabian Dimter) sogar Verstärkung. Peppolino (Colin Jeske), der „Aushilfsclown aus Wachenbuchen“, half den beiden auf die Sprünge, was sie denn dieses Jahr so alles machen könnten – ohne dass Peppi und Peppo davon etwas wussten. Urkomisch und voller kindlicher Spontaneität: Weiter so, HMV-Clowns! Schließlich stimmte ein Schlusstrio die letzten Lieder des kurzweiligen Nachmittags an. Wieder hatten Sarah Greene, Melissa Hesse und Christian Dimter Schwungvolles in ihrem Repertoire, so dass Klein und Groß eifrig mitsingen konnten. Mit „Gib mir bitte einen Kuss“ über „Das macht Spaß“ hin zu „Riesenparty“ sorgten sie für das musikalische Ende der Kindersitzung, die als grandioses Ganzes einen Ausblick darauf bieten konnte, was der Humor-Musik-Verein in den kommenden Jahren auf den Großen-Sitzungen so alles an Debütanten und Überraschungen bereithält.