Kindersitzung 2003

Spritzige, quirlige, kreative und wie immer gut gelaunte HMV-Kids

Kinderfastnacht in Hochstadt ohne Junghumoristen kaum vorstellbar – Facetten- und abwechslungsreiches Programm kindgerecht zusammengestellt

 

Der frühzeitige Andrang auf die Eintrittskarten für das Hochstädter Bürgerhaus, die ausgelassene Stimmung im Publikum und die lebensfroh strahlenden Kinder im Rampenlicht – das spricht ganz klar für die jungen Akteure des Humor-Musik-Vereins Edelweiß. Auch in diesem Jahr konnten bei der HMV-Kindersitzung die selbst gesetzten Maxime „kindgerecht“, „abwechslungsreich“, „überraschend“ und „unterhaltsam“ wieder in vollem Umfang erreicht werden – Resultat einer Jugendarbeit, die in dieser Kampagne die Selbstständigkeit ihres Nachwuchses erfolgreich zu fördern wusste.

Angefangen bei den spontanen und schlagfertigen Conferenciers Colin Stein und Denis Dimter. Sie hatten in diesem Jahr großen Anteil an der Erstellung und Zusammensetzung des Programms, ließen auf diese Weise jugendliche Kreativität mit einfließen, die sich deutlich auf die junge Zuschauerschar übertrug. Neben ihnen komplettierten Florian Benning, Kolja Netuschil, Fabian Bauer, Julia Scheller, Patrick van der Stap, Anna Zachmann, Manuela Rippert, Corinna Kraft und Katharina Nagl den Elferrat. Den schwungvollen Programmstart machten – diesmal innovativ ohne langatmigen Einmarsch des Elferrats – die Midi-Majorettes Jennifer Fassing, Jessica Ihl, Julia Filz, Laura Misiewicz, Lisa Rülke, Nathalie Oestreich, Sabrina Böff, Sabrina Müller und Vanessa Mehlich. Nach der offiziellen Begrüßung durch die beiden Sitzungspräsidenten hieß es endgültig: „Bühne frei für die Nachwuchsstars“. Die passenden Schunkel- und Klatschübungen zu Beginn waren da unerlässlich, brauchte doch man genau diese noch des Öfteren an diesem Nachmittag.

Philipp Seßner präsentierte bei seinem Einzelvortragsdebüt sein Lieblingsinstrument: die Trompete. Doch einfach nur etwas vorspielen ist zu simpel, andere spielen lassen dagegen viel interessanter. Sitzungspräsident Colin Stein durfte gleich als Versuchskaninchen fungieren, brachte am Ende nach ausreichender Vorbereitung und mit Zuschauer-Hilfe tatsächlich einen Ton heraus. Philipp Seßner trug frei vor und bekam den wohlverdienten Applaus für einen Beitrag, den er selbst mitentwickelt hatte. Eine, der vielen Möglichkeiten zu verreisen schlugen die Maxi-Majorettes mit ihrem Show-Tanz vor – mit einem „Taxi nach Paris“. Imposant waren bei Britta Rosbach, Carolin Misiewicz, Constanze Matthias, Janine Jeske, Johannes Matthias, Kerstin Bauer, Miriam Löper, Miriam Lutz, Nina Allmannsdörfer und Stefanie Oestreich wieder einmal die herrlichen optischen Effekte mit Bühnenlicht und Leuchtstäben, die diesen Programmpunkt zu einem der tänzerischen Höhepunkte aufsteigen ließen.

Und wenn eine Kindersitzung vor allem den Interessen der jungen und jüngsten Besucher entgegenkommen soll, dann darf natürlich auch nicht der Hit des vergangenen Sommers fehlen. Kein anderes Lied als der berühmte Ketchup-Song wäre hierfür besser geeignet. Jessica Huhn, Katharina Neumeister, Lisa Rülke, Melissa Hesse, Nina Reich, Sarah Greene und Vanessa Franke machten dazu mindestens genauso elegant wie die Originale vor, wie man sich dabei zu bewegen hat. Das hielt nichts und niemanden mehr ruhig auf den Stühlen – die Ketchup-„Hand“-Habung musste einfach selbst ausprobiert werden! Nach soviel Bewegung durfte nun ein wenig pädagogische Ordnung einkehren – eine leidlich bekannte Ordnung allerdings: Schule! Anna Zachmann, Julia Filz und Sabrina Böff mussten am Fastnachtssonntag die Schulbank drücken und die harschen Worte der Lehrerin Laura Misiewicz über sich ergehen lassen. Dennoch konnten sie sich ihren Humor erhalten und hatten immer die schlagfertigsten Antworten parat. Zum Beispiel den Grund dafür, dass der Lehrerin zwar im Kopfstand das Blut in den Kopf, in normaler Position aber nicht in die Beine schieße: „Ihre Beine sind eben nicht so hohl, wie ihr Kopf, Frau Lehrerin!“.

Keine Mühe, dem Publikum musikalisch einzuheizen hatten danach Janine Jeske, Jasmin Liebenau, Katrin Langenscheidt, Nadine Rausa und Svenja Hübner. „Rhythmen der Nacht“ am taghellen Hochstädter Nachmittag sorgten für neuerlichen Schwung im Saal. Noch vor der zwei Mal elfminütigen Pause wurden dann das Hochstädter und Dörnigheimer Kinderprinzenpaar vorgestellt. Auf Hochstädter Seite hatten sich Moritz I. sowie Sandra II. etwas Besonderes ausgedacht: Sie überreichten den Sitzungspräsidenten ihren Hobbys entsprechend eine Fanmütze von Borussia Dortmund (Stein) und einen Feuerwehrhelm (Dimter). Zugleich betonten sie, dass „das Beste immer zum Schluss“ der Kampagne komme, und das sei natürlich der „Faschingshöhepunkt“ HMV-Kindersitzung. Auch Christian II. und Rebecca I. aus Dörnigheim beglückwünschten die Humoristen, verließen daraufhin zusammen mit ihren Hochstädter Kollegen heiter-fröhlich die Bühne.

Nach der Halbzeit zeigten die Mini-Majorettes Anika Grimm, Franziska Meyer, Isabell Heil, Jessica Huhn, Lisa Greh, Maren Gilzinger, Melissa Hesse, Nina Reich, Sarah Greene, Sabrina Mehlich, Saskia Schäfer und Vanessa Franke, was sie zusammen mit ihren Übungsleiterinnen in diesem Jahr so alles erarbeitet haben. Zu karibisch-stimmungsgeladenen Klängen von „Iko Iko“ boten sie zum Auftakt sowohl etwas fürs Auge, als auch für das Ohr – die beste Vorbereitung für eine zweite Hälfte, die an Abwechslung noch Einiges zu bieten hatte. Zu allererst hatte Nathalie Oestreich von einer besonderen Freizeitaktivität zu berichten. Sie betreibt leidenschaftlich gerne Leichtathletik, hat aber in Disziplinen, wie Ballwurf, Weitsprung, Hundertmeterlauf und Hochsprung überall so ihre Problemchen. Phantasievoll, ohne Texthilfe und mit viel Bewegung glänzte sie in ihrem Debütvortrag alleine auf der Bühne, machte klar deutlich, dass von ihr künftig noch so Manches zu hören sein wird.

Ihren Hip-Hop-Tanz hatten Nicole Gruenewald und Sonja Heck eigens erdacht. Mit einer bewegungsreichen Choreografie leiteten sie gekonnt über zu einem Gruppenstück, das wieder einmal kindgerechten Humor mit Ideenreichtum geschickt verband. Bibi Blocksberg (Lisa Rülke) trieb mit ihrer Zauberlimonade so ihren Schabernack und konnte dadurch die Wahllügen des Bürgermeisters (Jessica Ihl) aufdecken. Das durfte selbstverständlich auch das zwischenzeitliche Durcheinander in der Familie Blocksberg (David Seßner, Laura Misiewicz, Philipp Seßner, Vanessa Franke, Sarah Greene) nicht fehlen, das aber am Ende vergnügt aufgelöst und vom Publikum verdientermaßen honoriert wurde. Quirlig und mit viel Spaß an der Sache gingen auch die Jüngsten des HMV auf die Bühne: Marcel Fischer, Celine Golda, Christian Dimter, Colin Jeske, Jessica Huhn, Jonas Kraft, Julia Kraft, Julia Reinhold, Katharina Hess, Lisa Schuster, Louisa Arndt, Michelle van der Stap, Verena Huhn und Patrick van der Stap verwandelten die Hochstädter Bühne in einen lebendigen Tiergarten und tanzten zusammen mit dem „singenden Känguru“ um die Wette.

Einer der Höhepunkte im Kindersitzungsprogramm ist wie jedes Jahr der Auftritt der HMV-Clowns Fabian Dimter und Nathalie Oestreich. Diesmal unterstützten sie sich gegenseitig bei ihren Problemen. Während Peppo seiner Freundin Peppi beim Geburtstagslied half (mit der Neuauflage zu „Oh mein Papa“: „Hey mein Alter ist ein krasser Clown…“), stand Peppi im Gegenzug Peppo zur Seite und brachte ihm Tischmanieren bei. Bei dieser Nummer mit ihrem außerordentlichen Witz blieb wie immer kein Auge trocken! Franziska und Tim Meyer bereiteten unterstützt von den Gitarrenspielern Johannes Matthias und Colin Stein musikalisch auf den Ausklang der Kindersitzung vor. „Wir sind Wunderkinder“, beschrieben sie noch einmal sehr gut die gezeigten humoristischen Leistungen an diesem Sonntag. Als dann die Aktiven zur Unterstützung auf die Bühne kamen und die gesamte Truppe „We have a dream“ anstimmte, war eines wohl klar: die Nachwuchskünstler des Humor-Musik-Vereins sind die wahren „Superstars“. Mit der alles in allem richtigen Mischung aus Musik, Tanz und Vorträgen endete somit ein mehr als gelungener Nachmittag, der das vollbesetzte Bürgerhaus über mehr als zweieinhalb Stunden unterhalten hatte. Die weitläufig unter anderen Vereinen geachtete HMV-Jugendarbeit, vor allem die der Übungsleiterinnen bei den einzelnen Stücken, hinterließ wieder einen nachhaltigen Eindruck und wird auch weiterhin Maßstäbe in diesem Bereich setzen können.